Elektronische Preisschilder: Die fünf größten Vorteile für stationäre Geschäfte

Manuelles Preisschild im stationären Handel die durch elektronische Preisschilder verbessert werden können.
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Durch häufige Preiswechsel und hohe Sortimentsdynamik steigt der Aufwand im Handel. Elektronische Preisschilder automatisieren zentrale Aufgaben, schaffen Klarheit am Regal und reduzieren Fehler. Die fünf wichtigsten Vorteile im Überblick.

Elektronische Preisschilder: Das Wichtigste auf einen Blick

  • Preisänderungen lassen sich in Sekunden zentral steuern.
  • Fehlerhafte oder widersprüchliche Preise werden deutlich reduziert.
  • Kunden profitieren von klaren Informationen am Regal.
  • Aktionen lassen sich schneller umsetzen – ideal für dynamische Preisstrategien.
  • Die Integration in ERP- und Warenwirtschaftssysteme sorgt für reibungslose Abläufe.

Warum lohnen sich elektronische Preisschilder im stationären Handel?

Preise gehören zu den am häufigsten veränderten Informationen im Handel. Jede Anpassung erzeugt Aufwand, birgt Fehlerquellen und bindet Personalressourcen, die an anderer Stelle dringender benötigt werden. Digitale Preisschilder setzen genau hier an: Sie reduzieren Routinetätigkeiten und schaffen spürbare Effizienzgewinne im operativen Tagesgeschäft.

Vorteil 1 – Enorme Zeitersparnis bei Preisänderungen

Preisänderungen gehören zu den Tätigkeiten, die im Filialbetrieb unverhältnismäßig viel Zeit binden. Jeder Etikettenwechsel bedeutet Laufwege, Kontrollen und Fehlerkorrekturen. Elektronische Preisschilder reduzieren diesen Aufwand auf ein Minimum und verschieben die Arbeit dorthin, wo sie hingehört: ins zentrale System.

Zentrale Steuerung statt manuellem Austausch

Preisupdates werden nicht mehr am Regal, sondern im ERP- oder Warenwirtschaftssystem vorgenommen. Die digitalen Etiketten aktualisieren sich automatisch, wodurch der gesamte Austauschprozess von mehreren Sekunden pro Schild auf wenige Sekunden für die gesamte Filiale schrumpft. Besonders Händler mit häufig wechselnden Aktionen, saisonalen Sortimenten oder dynamischen Preisstrategien profitieren von dieser Entlastung. Die frei werdenden Stunden können Mitarbeitende in Beratung, Regalpflege oder Warenverräumung investieren – Tätigkeiten, die unmittelbar zur Umsatz- und Servicequalität beitragen.

Beispiel aus der Praxis

Ein Supermarkt mit rund 10.000 Artikeln verzeichnet durchschnittlich 300–400 Preisänderungen pro Woche. Bei Papieretiketten dauert ein einzelner Austausch etwa 20–40 Sekunden, inklusive Suchen, Kontrollieren und Neuplatzieren. Das ergibt 3–5 Stunden pro Woche – pro Filiale. Mit elektronischen Preisschildern reduziert sich dieser Aufwand auf wenige Minuten für die Systemprüfung. Über ein Jahr gerechnet ergeben sich so 150–200 eingesparte Arbeitsstunden, die im Tagesgeschäft deutlich spürbar sind.

Passende Vorlagen für die interne Planung

Die Einführung elektronischer Preisschilder ist ein eigenständiges Projekt, das sauber vorbereitet werden sollte – von der ersten Prozessanalyse bis zum Rollout. Dafür eignen sich drei bestehende Vorlagen besonders gut:

  • Projektplan Basic
    unterstützt beim strukturierten Aufsetzen eines ESL-Projekts, etwa beim Definieren von Meilensteinen, Aufgaben und Verantwortlichkeiten.
  • Projekt-Paket Excel-Vorlagen
    bietet mehrere Tools für Projektplanung, Aufwandsschätzung und Terminsteuerung – hilfreich, wenn Preisänderungsprozesse zunächst dokumentiert und anschließend neu gestaltet werden sollen.
  • Projekt-Toolbox Excel-Vorlagen
    enthält praxisnahe Instrumente für Prozessdarstellung, Risikoanalyse und Ressourcenplanung. Sie lässt sich gut nutzen, um den bisherigen Preisänderungsprozess (IST) und den neuen digitalen Workflow (SOLL) gegenüberzustellen.

Die Vorlagen helfen dabei, interne Abläufe klar abzubilden und die Umsetzung effizient vorzubereiten – unabhängig von der Unternehmensgröße.

Vorteil 2 – Deutlich weniger Preisfehler im Store

Preisfehler zählen zu den kostspieligsten Problemen im Handel – und viele davon ließen sich leicht vermeiden. Sie entstehen meist dort, wo mehrere Systeme und manuelle Arbeitsschritte aufeinandertreffen. Elektronische Preisschilder beseitigen diese Bruchstellen und sorgen dafür, dass Regal- und Kassenpreise jederzeit übereinstimmen.

Automatische Synchronisation mit ERP und POS

Wenn Preise zentral im ERP- oder Warenwirtschaftssystem geändert werden, müssen sie nicht mehr händisch an jedes Regal getragen werden. Die elektronischen Schilder aktualisieren sich automatisch, sobald die Preis- oder Produktdaten freigegeben wurden. Dadurch entfällt einer der fehleranfälligsten Schritte im Filialbetrieb: die manuelle Übertragung.

Diese Automatisierung reduziert die Fehlerquote spürbar. Preisabweichungen zwischen Kasse und Regal – ein häufiger Auslöser von Reklamationen – treten kaum noch auf. Für Händler entsteht ein durchgehend konsistentes Preisbild, unabhängig davon, wie häufig Preise geändert oder Aktionen gestartet werden.

Reduzierte Retouren & Reklamationen

Preisfehler erzeugen nicht nur Unzufriedenheit, sondern auch direkte Kosten. Kunden wenden sich an den Service, Mitarbeitende müssen Vorgänge klären, Buchungen korrigieren oder Kulanzentscheidungen treffen. Digitale Preisschilder verhindern große Teile dieser unnötigen Interaktionen, weil sie automatisch den richtigen Preis anzeigen.

Die Transparenz steigt, Diskussionen vor der Kasse sinken, und das Vertrauen in die Preisgestaltung wächst. Besonders in Märkten mit vielen Aktionsartikeln oder hohen Preisvolatilitäten wirkt sich diese Stabilität deutlich auf den Tagesablauf aus.

Praxisnahe Übersicht: Typische Fehlerquellen im Vergleich

Viele Probleme im Preisprozess haben klar erkennbare Ursachen. Die Tabelle macht sichtbar, wo Papieretiketten an ihre Grenzen stoßen und wie elektronische Systeme diese Schwachstellen vermeiden.

Problem (Papier)Auswirkung im StoreMit elektronischen Preisschildern (ESL)
Falscher PreisReklamationen, Korrekturbuchungen, ZeitverlustAutomatischer Datenabgleich mit ERP/POS
Veraltete AktionVertrauensverlust, BeschwerdenTimer- oder regelbasierte Aktionen aktualisieren sich selbst
Manuelle ÜbertragungHohe FehleranfälligkeitPreisänderung erfolgt nur einmal im System
Verwechslung von EtikettenFalsche Platzierung, KontrollaufwandEindeutige Zuordnung durch digitale Artikel-ID
Druckfehler oder fehlende EtikettenNotlösungen, improvisierte BeschriftungImmer vollständige, klar lesbare Anzeige
Papieretikketen vs. elektronische Preisschilder

Vorteil 3 – Bessere Customer Experience am Regal

Am Regal entscheidet sich, ob ein Kunde ein Produkt versteht, findet und kauft. Je klarer und konsistenter die Informationen präsentiert werden, desto leichter fällt die Orientierung. Digitale Preisschilder schaffen die Voraussetzungen dafür, weil sie nicht nur Preise anzeigen, sondern zusätzliche Informationen strukturiert und jederzeit aktuell bereitstellen können.

Moderne, gut lesbare Darstellung

Digitale Preisschilder nutzen in der Regel E-Ink-Displays, die auch bei starkem Licht kontrastreich und flimmerfrei bleiben. Das verbessert die Lesbarkeit erheblich – insbesondere dort, wo klassische Papieretiketten durch Beleuchtung oder Schatten schlecht erkennbar sind. Die Darstellung bleibt zudem bei allen Geräten im Regal einheitlich: gleiche Schriftgrößen, gleiche Positionierung, keine handschriftlichen Ergänzungen oder beschädigten Etiketten.

Neben dem Preis können weitere Informationen angezeigt werden, etwa Herkunft, Inhaltsstoffe oder Hinweise auf Allergene. Viele Händler nutzen außerdem QR-Codes, die auf Produktdetails, Rezeptideen oder Nachhaltigkeitsinformationen führen. Dadurch entsteht eine zusätzliche Informationsebene, ohne dass das Regal überfrachtet wirkt.

Orientierung für Kundinnen und Kunden

Eine klare Orientierung am Regal wirkt sich direkt auf die Verweildauer und Kaufentscheidung aus. Elektronische Preisschilder bieten die Möglichkeit, bestimmte Produkte hervorzuheben – etwa mit farbigen Rahmen, Icons oder Symbolen, die wiederkehrend eingesetzt werden. Ein Angebot kann so visuell markiert werden, ohne dass zusätzliche Papierwobbler angebracht oder entfernt werden müssen.

Auch bei Varianten desselben Produkts (z. B. verschiedene Größen, Sorten oder Geschmacksrichtungen) lassen sich digitale Etiketten so konfigurieren, dass der Unterschied sofort erkennbar ist. Das reduziert Rückfragen und beschleunigt den Einkauf, weil Kunden Unterschiede zwischen Varianten sofort erkennen. Besonders in Sortimentsbereichen mit hoher Artikelähnlichkeit – Babynahrung, Waschmittel, Tierfutter – hat sich diese Form der Orientierung als nützlich erwiesen.

Omnichannel-Denken stärken

Viele Händler arbeiten inzwischen mit einer Preislogik, die online und offline möglichst konsistent bleibt. Elektronische Preisschilder erleichtern diesen Ansatz, weil Änderungen aus dem zentralen System ohne Verzögerung am Regal ankommen. Dadurch entstehen weniger Abweichungen zwischen Website, App und Filialpreis – ein Punkt, der vor allem für Kunden mit digitalem Rechercheverhalten relevant ist. Viele Händler berichten, dass sich Kunden zunehmend auf den Preis im Onlineshop verlassen – digitale Etiketten helfen, dass dieser beim Besuch in der Filiale nicht überrascht.

Für den Handel ergibt sich daraus auch operativer Nutzen: Eine einheitliche Datenbasis reduziert Rückfragen, schafft Klarheit im Team und ermöglicht bessere Auswertungen. Ein einfaches Beispiel: Wird ein Aktionspreis im Webshop freigeschaltet, erscheint er gleichzeitig am physischen Regal, ohne dass das Team eingreifen muss.

Vorteil 4 – Flexible Aktionen & dynamische Preisstrategien

Preisgestaltung verändert sich heute schneller als früher: Lieferanten reagieren kurzfristig, Nachfrage schwankt, Aktionen laufen oft nur für wenige Stunden. Digitale Preisschilder ermöglichen es, solche Veränderungen ohne Verzögerung umzusetzen – exakt zu dem Zeitpunkt, an dem eine Anpassung sinnvoll oder notwendig ist.

Preisupdates in Echtzeit

Saisonale Angebote lassen sich vordefinieren und zeitgenau ausspielen, ohne dass ein Mitarbeitender neue Etiketten ausdrucken und anbringen muss. Gleiches gilt für Tagesangebote, bei denen ein Preis nur für bestimmte Zeiträume gelten soll – etwa für Aktionsfenster am Nachmittag oder am Wochenende. Selbst kurzfristige Preisreduktionen bei Artikeln mit nahendem Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) können automatisiert ausgelöst werden, sobald ein Produkt in eine definierte Restlaufzeit fällt.

Diese Geschwindigkeit schafft betriebliche Sicherheit: Aktionen starten und enden tatsächlich dann, wenn sie geplant sind – nicht erst, wenn jemand Zeit hat, durch die Regale zu gehen. Gleichzeitig bleiben Filialen flexibler, weil Preisimpulse aus dem Zentralsystem nicht mehr an physische Ressourcen gebunden sind.

Preisflexibilität auf Augenhöhe mit dem Onlinehandel

Onlinehändler passen Preise innerhalb weniger Minuten an. Stationäre Geschäfte konnten damit lange nicht mithalten, weil jeder Preiswechsel manuelle Arbeit bedeutete. Mit elektronischen Preisschildern entfällt diese Einschränkung. Ein Markt kann auf bestimmte Situationen sofort reagieren – etwa auf erhöhte Nachfrage, Lieferengpässe, regionale Besonderheiten oder lokale Konkurrenzpreise.

Preisflexibilität direkt am Point of Sale wirkt sich besonders dann aus, wenn Waren nur begrenzte Zeit verfügbar sind oder wenn Händler spontane Kaufanreize setzen möchten. Die Filiale gewinnt dadurch ein Maß an Agilität, das bisher ausschließlich dem E-Commerce vorbehalten war.

Beispielhafte Mini-Szenarien

Getränkemarkt: MHD-Rabattierung

Ein Kasten Mineralwasser erreicht die letzten Verkaufstage vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum. Bisher musste das Team den Bestand manuell prüfen, Rabattaufkleber suchen und das Etikett austauschen. Mit einem ESL-System kann die Preisreduktion automatisch ausgelöst werden, sobald das MHD unter eine definierte Schwelle fällt. Der Rabatt steht damit immer rechtzeitig am Regal – ohne zusätzlichen Aufwand.

Elektronikmarkt: tagesaktuelle Promotions

Ein Elektronikmarkt plant eine vierstündige Sonderaktion für Zubehörartikel. Statt mehrere Mitarbeitende durch den gesamten Markt zu schicken, wird die Aktion zentral aktiviert. Die Preise springen exakt zum gewünschten Zeitpunkt um, und die digitale Kennzeichnung hebt die Produkte sichtbar hervor. Sobald das Aktionsfenster endet, schalten die Etiketten automatisch zurück. Keine Nacharbeiten, keine vergessenen Preisschilder am folgenden Tag.

Apotheke: saisonabhängige Preissteuerung

In Apotheken schwankt die Nachfrage stark nach Jahreszeit: Erkältungswelle, Allergiesaison, Hitzewarnungen. Mit elektronischen Preisschildern lassen sich bestimmte Sortimente – etwa Nasensprays, Hustensäfte oder Antiallergika – kurzfristig anpassen, wenn Lieferantenpreise steigen oder Bestände knapp werden. Preisänderungen greifen sofort am Regal, ohne dass das Team zwischen Beratung und Kassenbetrieb zusätzlich Etiketten austauschen muss. Gerade in Stoßzeiten sorgt das für Ruhe im Ablauf.

Vorteil 5 – Reibungslose Integration in ERP- und Warenwirtschaftssysteme

Elektronische Preisschilder entfalten ihren größten Nutzen, wenn sie nicht als Insellösung betrieben werden, sondern direkt mit den zentralen Systemen des Unternehmens verbunden sind. Erst durch diese Kopplung entsteht ein durchgängiger Datenfluss, der Preisprozesse stabilisiert und deutlich vereinfacht.

Automatisierte Datenflüsse statt Insellösungen

In vielen Filialbetrieben müssen Preis- und Produktdaten bis heute mehrfach erfasst oder kontrolliert werden: Einkauf, Warenwirtschaft, Kassensystem, Printetikett – jeder Schritt bietet die Möglichkeit für Übertragungsfehler. Mit einer integrierten ESL-Lösung entfällt dieser Medienbruch. Änderungen werden einmal im ERP oder im Warenwirtschaftssystem vorgenommen und laufen anschließend direkt an die digitalen Etiketten im Regal.

Die Stammdatenbasis bleibt damit einheitlich. Produktbezeichnungen, Preise, Aktionszeiträume oder Mengeneinheiten kommen aus derselben Quelle und erscheinen ohne Verzögerung in der Filiale. Varianten eines Artikels, die häufig verwechselt werden – etwa unterschiedliche Packungsgrößen oder Sorten – lassen sich so ebenfalls sauber abbilden.

Weniger operative Komplexität

Wenn Aktualisierungen nicht mehr in jeder Filiale einzeln vorgenommen werden müssen, verschiebt sich die Verantwortung zurück in die Systeme, die ohnehin für Datenqualität zuständig sind. Das reduziert den Abstimmungsaufwand und entlastet die Teams vor Ort. Für Händler mit mehreren Standorten ist dieser Effekt besonders relevant, da Preisänderungen zentral gesteuert und zeitgleich in allen Märkten umgesetzt werden können.

Die technische Skalierbarkeit ist ein weiterer Vorteil. Neue Artikel, Sortimentsanpassungen oder saisonale Kampagnen erfordern keine zusätzlichen Arbeitsschritte am Regal. Das System verteilt die Informationen automatisch – unabhängig von der Filialgröße.

Was Händler für die Integration vorbereiten sollten

Eine stabile Systemintegration gelingt am zuverlässigsten, wenn bestehende Prozesse klar dokumentiert sind. Dabei geht es weniger um technische Details als um die Frage, wie Preisänderungen heute tatsächlich ablaufen: Wer gibt Preise frei? Wer prüft Änderungen? Welche Systeme liefern welche Daten? Eine saubere Vorbereitung erleichtert die spätere Abstimmung mit dem ESL-Anbieter und verhindert Überraschungen während der Implementierung.

Für diese interne Analyse lassen sich bestehende Vorlagen sinnvoll einsetzen:

Mit diesen Unterlagen können Händler frühzeitig klären, welche Prozesse angepasst werden müssen und ob ihre Systemlandschaft bereits für einen automatisierten Preisfluss geeignet ist.

Mini-Case: Wie schnell amortisieren sich elektronische Preisschilder?

Eine der häufigsten Fragen betrifft nicht die Technik, sondern die Wirtschaftlichkeit. Händler wollen wissen, ob sich der Umstieg bezahlt macht – und wenn ja, in welchem Zeitraum. Ein einfaches Beispiel zeigt, welche Größenordnungen realistisch sind, wenn die Prozesse sauber integriert sind.

Beispielrechnung für eine Filiale mit 7.000 Artikeln

Ausgangslage

  • 7.000 Artikel im Sortiment
  • ca. 400 Preisänderungen pro Woche (Aktionen, Lieferantenanpassungen, Korrekturen)
  • manueller Aufwand pro Etikettwechsel: durchschnittlich 25–40 Sekunden
  • Stundensatz im Handel: realistisch 18–25 € (inkl. Lohnnebenkosten)

Manueller Aufwand pro Woche

400 Preisänderungen × 30 Sekunden ≈ 12.000 Sekunden3,3 Arbeitsstunden

Dazu kommen Kontrollgänge, Etikettensuche und Korrekturen. In der Praxis landen viele Filialen eher bei 4–5 Stunden pro Woche – pro Markt.

Auf Jahresbasis:
5 Stunden × 52 Wochen = 260 Arbeitsstunden pro Jahr

Bei konservativ angesetzten 20 €/Std. entstehen 5.200 € jährliche Personalkosten allein durch Etikettenwechsel.

Berücksichtigt sind dabei noch nicht die zusätzlichen Kosten, die etwa durch Fehlerkorrekturen oder verspätete Aktionen entstehen.

Digitale Umsetzung mit elektronischen Preisschildern

  • Zentrale Preisänderung im ERP-System
  • Automatische Aktualisierung am Regal
  • Aufwand in der Filiale: wenige Minuten für die Sichtkontrolle

Der operative Filialaufwand sinkt auf nahezu 0 Stunden pro Woche.
Übrig bleibt lediglich die zentrale Arbeit im System – ein Schritt, der ohnehin notwendig ist.

Somit reduziert sich der Filialaufwand von 260 Stunden pro Jahr auf einen zweistelligen Stundenbereich, je nach Kontrollintensität.

Ergebnis: Realistische Amortisation in 1–3 Jahren

Die Kosten elektronischer Preisschilder hängen von Anbieter, Displaygröße, Funktechnologie und Installationsaufwand ab. Typisch für mittelgroße Märkte sind Investitionssummen im mittleren fünfstelligen Bereich. Je nach Displaygröße und System liegen die Kosten pro Etikett meist im zweistelligen Eurobereich, hinzu kommen Infrastruktur- und Installationskosten.

Wird der Filialaufwand jährlich um mehrere hundert Stunden reduziert und gleichzeitig die Fehlerquote deutlich gesenkt, entsteht ein klar messbarer Vorteil. In vielen Betrieben amortisieren sich ESL-Systeme daher innerhalb von ein bis drei Jahren, besonders wenn häufige Preisänderungen anfallen oder mehrere Filialen beteiligt sind.

Hinweis: Die wirtschaftlichen Effekte sind stark abhängig von Sortimentsgröße, Aktionsfrequenz und internen Lohnkosten. Händler sollten eine individuelle Berechnung durchführen, die ihre tatsächlichen Prozesse berücksichtigt.

Fazit

Elektronische Preisschilder greifen tief in den Arbeitsalltag im Markt ein: Preisänderungen laufen im Backend, am Regal stehen jederzeit aktuelle und konsistente Informationen. Das senkt Fehler, macht Abläufe berechenbarer und schafft Freiräume für Service und Verkauf.

Besonders Betriebe mit vielen Preiswechseln, saisonalen Sortimenten oder mehreren Standorten profitieren von der Kombination aus Zeitersparnis, höherer Datenqualität und schneller Amortisation. Der Umstieg ist damit weniger ein technisches Detail, sondern ein strategischer Schritt hin zu klar strukturierten, effizienten Preis- und Sortimentsprozessen.

FAQ zu elektronischen Preisschildern

Wie funktionieren elektronische Preisschilder technisch?

Die meisten Modelle nutzen stromsparende E-Ink-Displays, die über ein Funksystem mit dem zentralen Server oder der Cloud des Händlers verbunden sind. Preis- und Produktdaten werden dort gepflegt und von den Etiketten automatisch übernommen. Die Displays aktualisieren sich nur bei Änderungen und benötigen dadurch kaum Energie. Bei korrekter Integration entsteht ein durchgängiger Datenfluss zwischen Warenwirtschaft, ERP und Regal.

Wie lange halten Batterien in elektronischen Preisschildern?

Die Laufzeit hängt von Displaygröße, Aktualisierungshäufigkeit und Funktechnologie ab. In der Praxis erreichen moderne Etiketten 3 bis 7 Jahre Batterielaufzeit, teils länger, wenn Preise selten geändert werden. E-Ink benötigt nur beim Umschalten Energie, was den Verbrauch gering hält. Händler sollten Batteriewechsel dennoch als festen Bestandteil der Wartungsplanung einbeziehen.

Welche Branchen profitieren besonders stark von elektronischen Preisschildern?

Am meisten gewinnen Bereiche mit vielen Preisänderungen oder großen Sortimentsflächen: Lebensmittelhandel, Drogerien, Baumärkte und Elektronikmärkte. Auch Apotheken, Getränkemärkte oder Frischebetriebe profitieren, weil saisonale Schwankungen und MHD-bezogene Preisreduzierungen schneller und zuverlässiger umgesetzt werden können. In filialstarken Unternehmen wirkt sich der Vorteil zusätzlich durch zentrale Preissteuerung aus.

Können elektronische Preisschilder mit bestehenden Kassensystemen verbunden werden?

Ja. Die meisten Lösungen setzen eine Anbindung an ERP-, Warenwirtschafts- oder Kassensysteme voraus, damit Preisänderungen nur einmal gepflegt werden müssen. Die Integration erfolgt über APIs, Datenfeeds oder definierte Schnittstellen. Entscheidend ist eine konsistente Stammdatenbasis: Je klarer Artikelnummern, Varianten und Preise gepflegt sind, desto stabiler funktionieren die Updates am Regal.

Wie aufwändig ist der Roll-out in einer Filiale?

Der größte Aufwand entsteht vor dem eigentlichen Start: Geräte konfigurieren, Etiketten den Artikeln zuordnen, Regale kartieren und Prozesse abstimmen. Ist diese Vorarbeit abgeschlossen, verläuft die Installation pro Filiale vergleichsweise zügig. Viele Händler starten mit einer Pilotabteilung, bevor sie den gesamten Markt umstellen. Während des späteren Betriebs beschränkt sich der Aufwand auf gelegentliche Batteriewechsel und die Systempflege im Backend.

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