Buy now Pay later klingt einfach: heute bestellen, später zahlen. Doch hinter der bequemen Zahlungsart stehen Kreditmodelle, Bonitätsprüfungen, Gebühren, Risiken und neue rechtliche Anforderungen. Der Artikel erklärt, wie BNPL funktioniert, welche Anbieter im E-Commerce wichtig sind und worauf Händler sowie Verbraucher achten sollten.
Buy now Pay later: Das Wichtigste auf einen Blick
- Buy now Pay later bedeutet: Kunden kaufen sofort und zahlen erst später, zum Beispiel per Rechnung, Ratenzahlung oder 30-Tage-Zahlung.
- Für Onlinehändler kann BNPL die Conversion Rate erhöhen, weil Kaufabbrüche im Checkout sinken können.
- Für Verbraucher besteht das Risiko, mehrere offene Zahlungen aus dem Blick zu verlieren.
- Anbieter wie Klarna, PayPal, Ratepay, Riverty oder Unzer prägen den deutschen Markt.
- Ab 2026 werden Verbraucherkreditregeln für BNPL-Angebote wichtiger. Händler sollten ihre Zahlungsprozesse rechtzeitig prüfen.
- Für Unternehmen zählen saubere AGB, transparente Zahlungsinformationen, Datenschutz und ein rechtssicherer Checkout.
Typische BNPL-Modelle im Überblick
| BNPL-Modell | Funktionsweise | Vorteil | Risiko | Geeignet für |
| Kauf auf Rechnung | Der Kunde erhält die Ware zuerst und zahlt nach Erhalt per Rechnung. | Kunden können die Ware prüfen, bevor sie zahlen. | Zahlungsfrist kann übersehen werden; Mahngebühren bei Verzug möglich. | Mode, Haushaltswaren, Bücher, Standardprodukte mit Retourenrisiko |
| Zahlung nach 14 oder 30 Tagen | Der Kaufbetrag wird erst nach einer festen Frist fällig. Die Zahlungsfrist wird häufig vom Zahlungsdienstleister gesteuert. | Sehr niedrige Kaufhürde im Checkout; einfache Nutzung. | Mehrere spätere Zahlungen können sich unbemerkt summieren. | Online-Shops mit vielen spontanen Käufen oder saisonalen Warenkörben |
| Ratenzahlung | Der Kaufpreis wird in mehrere Teilbeträge aufgeteilt, zum Beispiel über 3, 6, 12 oder 24 Monate. | Größere Anschaffungen wirken finanziell leichter planbar. | Zinsen, Gebühren oder längere Verschuldung möglich. | Möbel, Elektronik, hochwertige Büroausstattung, größere Anschaffungen |
| 0-Prozent-Finanzierung | Der Kunde zahlt in Raten, ohne dass ausdrücklich Zinsen berechnet werden. | Der Gesamtpreis wirkt überschaubar, wenn keine Zusatzkosten anfallen. | Auch zinsfreie Finanzierungen bleiben Zahlungsverpflichtungen; neue Verbraucherkreditregeln können relevant sein. | Preisintensive Produkte mit planbarer Laufzeit |
| Späterer Bankeinzug | Der Betrag wird erst zu einem späteren Termin automatisch vom Konto abgebucht. | Kein manueller Überweisungsvorgang notwendig. | Rücklastschriften können Kosten verursachen, wenn das Konto nicht gedeckt ist. | Wiederkehrende Käufe, Services, digitale Produkte oder einfache Checkout-Prozesse |
| BNPL am Point of Sale per App | Der Kunde nutzt BNPL nicht nur online, sondern auch im Geschäft, etwa per App, QR-Code oder digitaler Zahlungsfreigabe. | Flexible Zahlung auch im stationären Handel möglich. | Spontane Käufe werden noch leichter; Überblick über Verpflichtungen kann leiden. | Einzelhandel, Elektronikmärkte, Möbelhäuser, Omnichannel-Shops |
Die größte praktische Unterscheidung liegt zwischen Zahlungsaufschub und Ratenzahlung.
Warum ist Buy now Pay later im E-Commerce so beliebt?
Buy now Pay later greift ein zentrales Problem im Onlinehandel auf: Kunden möchten flexibel bestellen, Produkte prüfen und erst später zahlen. Für Händler zählt genau dieser Moment im Checkout. Je weniger Hürden zwischen Warenkorb und Bestellung liegen, desto eher wird aus Kaufinteresse ein Abschluss. BNPL verbindet daher Bequemlichkeit für Kunden mit einem möglichen Umsatzvorteil für Online-Shops.
Vorteile für Kunden
Für Kunden liegt der wichtigste Vorteil in der finanziellen Flexibilität. Der Kauf muss nicht sofort das Konto belasten. Das ist praktisch, wenn eine größere Anschaffung ansteht, das Gehalt erst in wenigen Tagen eingeht oder mehrere Produkte zur Auswahl bestellt werden. Wer zum Beispiel drei Jacken in unterschiedlichen Größen bestellt, möchte oft nicht sofort den gesamten Betrag zahlen, obwohl am Ende nur eine Jacke behalten wird.
BNPL ermöglicht außerdem eine sofortige Bestellung, ohne dass der Kaufpreis direkt abgebucht wird. Bei einer Zahlung nach 14 oder 30 Tagen bleibt mehr Zeit, Ware zu prüfen, Rücksendungen abzuwickeln oder Zahlungen besser einzuplanen. Bei einer Ratenzahlung wird der Gesamtbetrag in kleinere Teilbeträge aufgeteilt. Ein Bürostuhl für 600 Euro wirkt weniger belastend, wenn im Checkout drei Raten à 200 Euro angezeigt werden.
Vorteile für Onlinehändler
Für Onlinehändler ist BNPL interessant, weil die Zahlungsart die Kaufhürde senken kann. Viele Kunden brechen einen Einkauf nicht ab, weil sie das Produkt nicht möchten, sondern weil der Preis im Moment zu hoch wirkt oder die bevorzugte Zahlungsart fehlt. Bietet ein Shop Rechnungskauf, Ratenzahlung oder Zahlung nach 30 Tagen an, entsteht mehr Auswahl und damit mehr Vertrauen.
Zahlungsarten sind ein wichtiger Teil der Checkout-Erfahrung. Kunden prüfen häufig erst am Ende des Bestellprozesses, ob ihre bevorzugte Zahlungsart verfügbar ist. Fehlt sie, kann der Warenkorb trotz Kaufinteresse liegen bleiben. BNPL kann daher helfen, Kaufabbrüche zu reduzieren und die Conversion Rate zu verbessern. Der Effekt entsteht vor allem bei höherpreisigen Produkten wie Möbeln, Elektronik, Büroausstattung, Haushaltsgeräten oder hochwertiger Kleidung.
Ein weiterer Vorteil liegt in der Zielgruppenbreite. Einige Kunden bevorzugen Rechnungskauf, andere PayPal, Lastschrift oder Ratenzahlung. Je besser ein Shop diese Gewohnheiten abbildet, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Kunden zur Konkurrenz wechseln. In Märkten mit vielen vergleichbaren Angeboten kann eine flexible Zahlungsart deshalb ein echter Wettbewerbsvorteil sein.
Welche Buy now Pay later Anbieter gibt es?
Der Markt für Buy now Pay later ist in Deutschland breit aufgestellt. Neben bekannten Zahlungsmarken wie Klarna und PayPal gibt es spezialisierte Anbieter für Rechnungskauf, Ratenzahlung und B2B-Zahlungsziele. Für Händler ist wichtig: Nicht jeder Anbieter passt zu jedem Shop. Entscheidend sind Zielgruppe, Sortiment, Warenkorbwert, technische Integration, Gebührenmodell und die Frage, wer Zahlungsausfälle oder Mahnprozesse übernimmt.
Bekannte BNPL-Anbieter in Deutschland
Klarna gehört zu den bekanntesten BNPL-Anbietern im deutschen Onlinehandel. Kunden können je nach Shop und Verfügbarkeit später zahlen, auf Rechnung kaufen oder Ratenzahlungen nutzen. Besonders stark ist Klarna im B2C-Geschäft, etwa bei Mode, Lifestyle, Beauty, Möbeln oder Elektronik. Für Händler ist Klarna interessant, weil viele Kunden die Marke kennen.
PayPall bietet mit „Später Bezahlen“ ebenfalls BNPL-Funktionen an. Dazu gehören unter anderem die Zahlung nach 30 Tagen und Ratenzahlungsmodelle. Ein Vorteil liegt in der hohen Bekanntheit von PayPal. Viele Kunden besitzen bereits ein PayPal-Konto und müssen im Checkout keine neue Zahlungsbeziehung aufbauen. Für Händler kann das Vertrauen schaffen.
Ratepay ist ein deutscher Anbieter für Rechnungskauf, Ratenzahlung und weitere BNPL-Lösungen. Besonders relevant ist Ratepay für Händler, die Zahlungsarten im eigenen Checkout anbieten möchten, ohne dass der Anbieter für Kunden immer stark sichtbar im Vordergrund steht.
Riverty, ehemals Arvato Financial Solutions, bietet flexible Zahlungs- und Finanzlösungen an. Dazu gehören BNPL-Modelle, Zahlungsaufschub, Ratenzahlung und Lösungen rund um Forderungsmanagement. Riverty ist vor allem für Händler interessant, die neben der Zahlungsart auch Prozesse wie Zahlungserinnerungen, Retouren und Forderungsabwicklung professionell steuern möchten.
Unzer bietet Zahlungsdienstleistungen für Online- und stationären Handel an. Dazu gehören auch BNPL-Optionen wie Rechnungskauf und Ratenzahlung. .
Mondu ist besonders im B2B-Bereich aktiv. Das Unternehmen bietet Buy-now-pay-later-Lösungen für Geschäftskunden an, etwa flexible Zahlungsziele im B2B-Checkout. Für Händler, Großhändler oder Plattformen mit gewerblichen Kunden kann das relevant sein, weil Geschäftskunden häufig andere Zahlungsgewohnheiten haben als Verbraucher.
Billie zählt ebenfalls zu den spezialisierten B2B-Zahlungsanbietern. Der Fokus liegt auf späterer Zahlung, flexiblen Zahlungszielen und Zahlungsabwicklung für Geschäftskunden. Solche Lösungen können für B2B-Shops, Marktplätze oder Anbieter mit Firmenkunden attraktiv sein, wenn klassische Vorkasse den Kaufpreis bremst.
Worauf Händler bei der Anbieterwahl achten sollten
Die Auswahl eines BNPL-Anbieters sollte nicht allein nach Bekanntheit erfolgen. Ein Anbieter mit hoher Markenbekanntheit kann im B2C-Shop sinnvoll sein. Für einen B2B-Shop mit Firmenkunden kann dagegen ein spezialisierter Anbieter für Zahlungsziele und Rechnungskauf besser passen.
Schließlich zählt die Transparenz im Checkout. Kunden müssen erkennen, wann sie zahlen müssen, ob Kosten entstehen, wer ihr Vertragspartner für die Zahlung ist und welche Folgen verspätete Zahlung haben kann. Unklare Hinweise führen nicht nur zu rechtlichen Risiken, sondern auch zu Vertrauensverlust.
Checkliste für Händler: 8 Kriterien vor der Einführung von BNPL
- Zielgruppe prüfen: Kaufen überwiegend Verbraucher oder Geschäftskunden?
- Warenkorbwert analysieren: Rechtfertigt der durchschnittliche Bestellwert die BNPL-Gebühren?
- Gebührenmodell vergleichen: Welche fixen und prozentualen Kosten entstehen?
- Ausfallrisiko klären: Wer trägt das Risiko, wenn Kunden nicht zahlen?
- Retourenprozess prüfen: Wie werden Teilrücksendungen, Stornos und Erstattungen verarbeitet?
- Shop-Integration testen: Gibt es ein passendes Plugin oder eine stabile Schnittstelle?
- Datenschutz aktualisieren: Werden Zahlungsdienstleister, Bonitätsprüfung und Datenweitergabe korrekt erklärt?
- Checkout transparent gestalten: Sind Zahlungsfrist, Kosten, Anbieter und Bedingungen klar sichtbar?
Potenziell veraltet oder zu pauschal sind Aussagen wie „Klarna ist der einzige wichtige BNPL-Anbieter“ oder „BNPL lohnt sich für jeden Online-Shop“. Der deutsche Markt umfasst mehrere Anbieter mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Außerdem hängt der Nutzen stark vom Geschäftsmodell ab. Ein B2C-Mode-Shop mit hoher Retourenquote braucht andere Kriterien als ein B2B-Marktplatz mit Firmenkunden und längeren Zahlungszielen.
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Welche Risiken hat Buy now Pay later?
Buy now Pay later wirkt im Checkout oft harmlos: ein Klick, eine spätere Zahlung, keine direkte Kontobelastung. Genau darin liegt das Risiko. BNPL macht Kaufen leichter, aber nicht kostenlos. Der Kaufpreis bleibt bestehen. Je nach Modell kommen Zinsen, Mahngebühren oder weitere Kosten hinzu. Für Verbraucher entsteht vor allem ein Übersichtsproblem. Für Händler entstehen rechtliche, organisatorische und wirtschaftliche Pflichten, die im Shop nicht immer sichtbar sind.
Risiken für Verbraucher
Das größte Risiko für Verbraucher ist der Verlust des Überblicks über offene Zahlungen. Ein einzelner Kauf auf Rechnung oder eine Zahlung in 30 Tagen ist meist gut planbar. Problematisch wird es, wenn mehrere Bestellungen parallel laufen. Dann werden aus vielen kleinen Beträgen schnell mehrere Fälligkeiten in einem Monat.
Ein Beispiel: Drei Bestellungen über 49 Euro, 79 Euro und 120 Euro wirken einzeln überschaubar. Zusammen ergeben sie 248 Euro, die später fällig werden. Kommt noch eine Ratenzahlung für Elektronik oder Möbel hinzu, entsteht eine monatliche Belastung, die beim Kauf nicht immer bewusst wahrgenommen wird.
Bei verspäteter Zahlung können Mahngebühren entstehen. Bei Ratenzahlungen kommen je nach Anbieter und Modell zusätzlich Zinsen oder Gebühren hinzu. Besonders kritisch ist, dass BNPL häufig in Situationen genutzt wird, in denen Kunden gerade nicht sofort zahlen möchten oder können. Wird die spätere Fälligkeit unterschätzt, kann sich der Zahlungsaufschub in ein Liquiditätsproblem verwandeln.
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Auch die Bonität kann betroffen sein. Ob und wie sich BNPL auf die Bonitätsbewertung auswirkt, hängt vom Anbieter, vom Zahlungsmodell und vom Verhalten des Kunden ab. Eine ordnungsgemäß bezahlte Rechnung ist anders zu bewerten als Zahlungsverzug, Mahnungen oder Inkassoverfahren. Verbraucher sollten daher nicht davon ausgehen, dass BNPL immer folgenlos bleibt.
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Besonders relevant ist BNPL für junge Verbraucher. Sie kaufen häufig mobil, vergleichen schnell und schließen Bestellungen mit wenigen Klicks ab. Die BaFin weist darauf hin, dass gerade jüngere Nutzer häufiger den Überblick über offene Rechnungen verlieren. Das Risiko liegt weniger im einzelnen Kauf als in der Häufung vieler kleiner Zahlungsverpflichtungen.
Risiken für Händler
Auch für Händler ist Buy now Pay later kein risikofreies Komfort-Feature. Zunächst entstehen Kosten. Zahlungsdienstleister verlangen meist Transaktionsgebühren, prozentuale Entgelte oder zusätzliche Kosten für bestimmte Leistungen. Diese Gebühren können die Marge spürbar reduzieren. Bei Produkten mit niedriger Gewinnspanne kann BNPL trotz höherer Conversion wirtschaftlich unattraktiv sein.
Ein weiteres Risiko ist die Abhängigkeit vom Zahlungsanbieter. Der Anbieter steuert oft Bonitätsprüfung, Zahlungsabwicklung, Auszahlungszeitpunkt, Mahnprozess und teilweise auch die Kommunikation mit Kunden. Händler sollten genau prüfen, welche Aufgaben sie selbst behalten und welche der Anbieter übernimmt. Unklare Zuständigkeiten führen schnell zu Problemen im Kundenservice.
Besonders fehleranfällig sind Retouren, Teilrücksendungen und Stornos. Sendet ein Kunde nur einen Teil der Bestellung zurück, müssen Rechnung, Zahlungsplan und Erstattung korrekt angepasst werden. Passiert das nicht, erhält der Kunde möglicherweise Zahlungserinnerungen für Ware, die er bereits zurückgeschickt hat. Solche Fälle verursachen Beschwerden und binden Supportkapazitäten.
Hinzu kommen Informationspflichten im Checkout. Kunden müssen verstehen, wann sie zahlen müssen, ob Kosten entstehen, wer Zahlungsdienstleister ist und welche Folgen der Zahlungsverzug haben kann. Werden Gebühren, Fälligkeiten oder Vertragsbeziehungen nicht transparent dargestellt, steigt das rechtliche Risiko. Händler sollten deshalb AGB, Zahlungsinformationen, Datenschutzerklärung und Checkout-Texte gemeinsam prüfen.
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Rechtliche Einordnung: Was gilt bei Buy now Pay later?
Buy now Pay later ist rechtlich mehr als eine moderne Bezeichnung für bequemes Bezahlen. Je nach Modell kann BNPL ein einfacher Rechnungskauf, ein Zahlungsaufschub, eine Ratenzahlung oder ein Verbraucherkredit sein. Für Händler ist diese Einordnung wichtig, weil davon abhängt, welche Informationspflichten, Datenschutzanforderungen, Widerrufsrechte und Checkout-Pflichten beachtet werden müssen.
Warum BNPL rechtlich mehr ist als eine Zahlungsart
Ausgangspunkt bleibt der Kaufvertrag. Bestellt ein Verbraucher Ware in einem Online-Shop, entstehen die kaufrechtlichen Hauptpflichten aus § 433 BGB: Der Händler muss die Ware übergeben und dem Käufer Eigentum verschaffen. Der Käufer muss den vereinbarten Kaufpreis zahlen.
Bei BNPL kommt jedoch eine zweite Ebene hinzu. Der Kunde zahlt nicht sofort, sondern später oder in Raten. Häufig ist ein Zahlungsdienstleister eingebunden, der die Zahlung abwickelt, Kundendaten verarbeitet, eine Bonitätsprüfung durchführt oder Forderungen übernimmt. Dadurch wird aus einer einfachen Zahlungsart schnell ein rechtlich mehrschichtiges Modell.
Hier passt auch das Trennungs- und Abstraktionsprinzip. Der Kaufvertrag als Verpflichtungsgeschäft ist von der Eigentumsübertragung als Verfügungsgeschäft zu trennen. Die Übereignung beweglicher Sachen richtet sich regelmäßig nach § 929 Satz 1 BGB. Die BNPL-Finanzierung oder der Zahlungsaufschub ist wiederum ein weiterer Vorgang. Kauf, Lieferung, Eigentumsübertragung und Zahlungsabwicklung sind daher nicht automatisch rechtlich identisch. Genau diese Trennung ist für Onlinehändler wichtig, wenn Zahlungsdienstleister Forderungen übernehmen oder Kunden nicht an den Händler, sondern an den Anbieter zahlen.
Sobald der Kaufpreis gestundet, in Raten aufgeteilt oder über einen Dritten finanziert wird, kann BNPL kreditähnliche Merkmale annehmen. Dann können die Vorschriften über Verbraucherdarlehen und Finanzierungshilfen relevant werden. Zu prüfen sind insbesondere §§ 491 ff. BGB zu Verbraucherdarlehensverträgen, § 491a BGB zu vorvertraglichen Informationspflichten, § 492 BGB zum Vertragsinhalt, § 495 BGB zum Widerrufsrecht sowie § 506 BGB zu Zahlungsaufschub und sonstigen Finanzierungshilfen. Bei Teilzahlungsgeschäften kann außerdem § 507 BGB eine Rolle spielen.
Für Onlinehändler bedeutet das: BNPL darf im Checkout nicht nur werblich als „später bezahlen“ dargestellt werden. Kunden müssen klar erkennen können, wann der Betrag fällig wird, ob Zinsen, Gebühren oder Mahnkosten entstehen, welcher Zahlungsdienstleister eingebunden ist, ob eine Bonitätsprüfung erfolgt und an wen die Zahlung zu leisten ist. Auch die Folgen von Rücksendung, Widerruf oder Zahlungsverzug müssen nachvollziehbar bleiben.
Die Anforderungen an den Bestellvorgang ergeben sich zusätzlich aus § 312j BGB. Danach muss der Unternehmer die Bestellsituation so gestalten, dass Verbraucher ausdrücklich bestätigen, sich zu einer Zahlung zu verpflichten. Die Schaltfläche muss eindeutig beschriftet sein, etwa mit „zahlungspflichtig bestellen“ oder einer gleich klaren Formulierung.
Neue Verbraucherkreditregeln ab 2026
Die rechtliche Lage verschärft sich. Hintergrund ist die Umsetzung der neuen EU-Verbraucherkreditrichtlinie in deutsches Recht. Der Gesetzgeber reagiert damit auf digitale Kreditmodelle, kleine Finanzierungen und BNPL-Angebote, die bisher oft weniger streng wahrgenommen wurden als klassische Bankkredite.
Künftig werden auch Kleinkredite, zins- und gebührenfreie Kredite, kurzfristige Darlehen und Buy-now-pay-later-Modelle stärker in den Verbraucherschutz einbezogen. Für BNPL ist das zentral, weil viele Angebote gerade mit kurzen Laufzeiten, niedrigen Beträgen oder zinsfreien Raten werben. Solche Modelle wirken harmlos, können aber bei häufiger Nutzung zu mehreren parallelen Zahlungsverpflichtungen führen.
Besonders wichtig werden Kreditwürdigkeitsprüfung, transparente Werbung und vorvertragliche Informationen. Händler sollten daher nicht nur prüfen, ob ihr Zahlungsanbieter technisch funktioniert. Sie sollten auch klären, ob der Anbieter die neuen verbraucherkreditrechtlichen Anforderungen erfüllt und welche Informationen im Shop sichtbar sein müssen.
Die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs zu Verbraucherkrediten zeigt seit Jahren, dass unklare oder unvollständige Pflichtinformationen problematisch sein können. Besonders bekannt ist die Entscheidung EuGH, Urteil vom 26.03.2020, C-66/19, zur sogenannten Kaskadenverweisung in Widerrufsinformationen. Für BNPL lässt sich daraus kein pauschales Ergebnis ableiten. Die Entscheidung zeigt aber, wie streng Gerichte bei Transparenz, Widerruf und Pflichtinformationen im Verbraucherkreditrecht prüfen.
Potenziell veraltet oder zu pauschal wäre daher die Aussage: „BNPL ist rechtlich nur Rechnungskauf.“ Das kann bei einfachen Modellen stimmen, aber nicht bei jeder Ausgestaltung. Ebenso ungenau wäre: „Zinsfreie BNPL-Angebote fallen nie unter Verbraucherkreditrecht.“ Gerade diese Annahme verliert durch die neuen Regeln an Sicherheit.
Datenschutz und Bonitätsprüfung
BNPL funktioniert häufig datenbasiert. Zahlungsdienstleister prüfen, ob ein Kunde für Rechnungskauf, spätere Zahlung oder Ratenzahlung zugelassen wird. Dafür können personenbezogene Daten verarbeitet, an Auskunfteien übermittelt oder automatisierte Entscheidungen vorbereitet werden.
Rechtsgrundlage ist vor allem die DSGVO. Händler und Zahlungsdienstleister müssen erklären, welche Daten verarbeitet werden, zu welchem Zweck dies geschieht und auf welcher Rechtsgrundlage die Datenweitergabe erfolgt. In Betracht kommen je nach Ausgestaltung insbesondere Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO zur Vertragserfüllung und Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO bei berechtigten Interessen, etwa zur Betrugsprävention oder Risikoprüfung. Werden automatisierte Entscheidungen mit rechtlicher Wirkung oder ähnlich erheblicher Beeinträchtigung getroffen, ist zusätzlich Art. 22 DSGVO zu beachten.
Die Datenschutzerklärung sollte deshalb nicht allgemein bleiben. Sie sollte konkret benennen, welcher Zahlungsdienstleister eingebunden ist, welche Daten übermittelt werden, ob eine Bonitätsprüfung erfolgt und ob Auskunfteien beteiligt sind. Auch im Checkout sollte transparent sein, dass die Zahlungsabwicklung über einen externen Anbieter läuft.
Besonders sensible Daten dürfen nicht beliebig zur Kreditbewertung eingesetzt werden. Die neuen Verbraucherkreditregeln stärken den Schutz persönlicher Daten zusätzlich. Händler sollten sich deshalb nicht allein auf Standardtexte verlassen. Entscheidend ist, ob Datenschutzerklärung, Zahlungsbedingungen, tatsächliche technische Einbindung und Anbieterprozess übereinstimmen.
Widerruf, Rücksendung und neue Widerrufsfunktion
BNPL berührt außerdem die Rückabwicklung nach Widerruf oder Retoure. Bei Verbraucherverträgen im Fernabsatz besteht grundsätzlich ein Widerrufsrecht nach § 312g BGB in Verbindung mit § 355 BGB, sofern keine Ausnahme greift. Wird zusätzlich eine Finanzierungshilfe oder ein Verbraucherdarlehen eingesetzt, können eigene Widerrufsrechte aus § 495 BGB oder § 506 BGB hinzukommen.
Ab 19.06.2026 müssen Onlinehändler für B2C-Verträge außerdem die neue Widerrufsfunktion nach § 356a BGB beachten. Der Widerrufsbutton muss während der Widerrufsfrist auf der Online-Benutzeroberfläche verfügbar, hervorgehoben platziert und leicht zugänglich sein. Er muss eindeutig beschriftet sein, etwa mit „Vertrag widerrufen“. Nach Abgabe des Widerrufs muss der Händler dem Verbraucher unverzüglich eine Eingangsbestätigung auf einem dauerhaften Datenträger, zum Beispiel per E-Mail, senden.
Lesen Sie hier unseren Artikel zum Widerrufsrecht beim Online-Kauf.
Für BNPL ist das praktisch besonders relevant. Wenn ein Kunde widerruft oder Ware teilweise zurücksendet, müssen Kaufvertrag, Rechnung, Zahlungsplan, Gutschrift und Zahlungsdienstleister-Abrechnung zusammenpassen. Andernfalls erhält der Kunde möglicherweise Mahnungen für Ware, die er bereits zurückgeschickt hat. Das ist nicht nur kundenunfreundlich, sondern kann auch rechtliche und organisatorische Risiken auslösen.
Was Händler konkret prüfen sollten
Onlinehändler sollten BNPL daher nicht isoliert als Zahlungsart betrachten. Zu prüfen sind insbesondere:
- Kaufvertrag und Checkout: Sind Preis, Zahlungspflicht und Button-Beschriftung nach § 312j BGB eindeutig?
- Finanzierungsmodell: Handelt es sich um Rechnungskauf, Zahlungsaufschub, Ratenzahlung, Verbraucherdarlehen oder sonstige Finanzierungshilfe?
- Pflichtinformationen: Werden Fälligkeit, Kosten, Zinsen, Mahnfolgen, Zahlungsdienstleister und Vertragsbeziehung klar erklärt?
- Widerruf und Rückabwicklung: Passen Widerrufsbelehrung, Widerrufsbutton, Retourenprozess und BNPL-Abrechnung zusammen?
- Datenschutz: Sind Zahlungsdienstleister, Bonitätsprüfung, Datenweitergabe und automatisierte Entscheidungen transparent beschrieben?
- AGB und Zahlungsbedingungen: Widersprechen sich Shop-Texte, Anbieterbedingungen und Datenschutzerklärung nicht?
- Buchhaltung und Nachweise: Werden Gebühren, Auszahlungen, Forderungen, Retouren und Stornos sauber dokumentiert?
Ein rechtssicherer BNPL-Prozess endet deshalb nicht beim Aktivieren eines Plugins. Händler brauchen abgestimmte Checkout-Texte, aktuelle Datenschutzinformationen, klare AGB, eine funktionierende Widerrufsstrecke, saubere Buchhaltungsprozesse und geschulte Mitarbeiter im Kundenservice. Je komplexer das Modell ist, desto eher sollte eine rechtliche Prüfung erfolgen.
Buy now Pay later im Online-Shop einführen: Schritt für Schritt
Buy now Pay later sollte nicht einfach als weiteres Plugin im Shop aktiviert werden. Die Zahlungsart greift in mehrere Bereiche ein: Checkout, Buchhaltung, Datenschutz, Retouren, Kundenservice und Vertragsbedingungen. Wer BNPL sauber einführt, prüft deshalb zuerst, ob die Zahlungsart zum Geschäftsmodell passt. Erst danach folgen Anbieterwahl, technische Integration und rechtliche Anpassungen.
Schritt 1: Zahlungsbedarf und Zielgruppe prüfen
Am Anfang steht die Frage, ob BNPL für den eigenen Shop überhaupt sinnvoll ist. Nicht jedes Sortiment profitiert gleichermaßen von späterer Zahlung oder Ratenmodellen. Besonders relevant ist BNPL häufig bei Produkten mit höherem Warenkorbwert, etwa Elektronik, Möbeln, Büroausstattung, Haushaltsgeräten oder hochwertiger Kleidung. Dort kann eine spätere Zahlung die Kaufentscheidung erleichtern.
Bei sehr günstigen Produkten fällt der Vorteil oft geringer aus. Wenn der durchschnittliche Warenkorb nur 15 oder 20 Euro beträgt, können Anbietergebühren und zusätzlicher Verwaltungsaufwand den Nutzen schnell schmälern. Anders sieht es aus, wenn Kunden regelmäßig größere Warenkörbe bilden oder Produkte bestellen, die sie erst prüfen möchten.
Auch die Zielgruppe entscheidet. Kaufen überwiegend Verbraucher, stehen einfache Bedienung, bekannte Zahlungsarten und klare Fälligkeiten im Vordergrund. Kaufen dagegen Geschäftskunden, sind Rechnungskauf, Zahlungsziele und ordentliche Belege oft wichtiger als klassische Ratenzahlung. Ein B2B-Shop braucht daher andere BNPL-Lösungen als ein Mode-Shop für Privatkunden.
Vor der Einführung sollten Händler außerdem die Retourenquote prüfen. Hohe Rücksendungen können BNPL-Prozesse komplizierter machen. Wird nur ein Teil der Bestellung zurückgeschickt, müssen Rechnung, Zahlungsplan und Erstattung korrekt angepasst werden. Je komplexer die Retouren sind, desto wichtiger wird ein Anbieter, der diese Abläufe zuverlässig unterstützt.
Schritt 2: Anbieter vergleichen
Ist der Bedarf geklärt, folgt der Anbietervergleich. Dabei reicht es nicht, nur bekannte Namen gegenüberzustellen. Entscheidend ist, wie der Anbieter wirtschaftlich, technisch und rechtlich zum Shop passt.
Zuerst sollten Händler das Gebührenmodell prüfen. Manche Anbieter verlangen prozentuale Transaktionsgebühren, feste Gebühren pro Bestellung oder Zusatzkosten für bestimmte Leistungen. Wichtig ist die Rechnung nach Retouren, Stornos und Supportaufwand. Eine höhere Conversion Rate hilft wenig, wenn die Marge durch Gebühren stark sinkt.
Auch der Auszahlungszeitpunkt ist relevant. Händler sollten wissen, wann sie ihr Geld erhalten und ob der Anbieter bei Zahlungsverzug trotzdem auszahlt. Eng damit verbunden ist die Frage der Risikoübernahme. Übernimmt der Anbieter das Zahlungsausfallrisiko vollständig oder bleiben bestimmte Risiken beim Händler?
Das Mahnwesen muss ebenfalls klar geregelt sein. Kunden sollten wissen, ob sie bei Zahlungsfragen den Händler oder den Zahlungsdienstleister kontaktieren müssen. Unklare Zuständigkeiten führen schnell zu Beschwerden.
Technisch sollte der Anbieter zum Shop-System passen, etwa WooCommerce, Shopify, Shopware oder Magento. Eine stabile Integration reduziert Fehler im Checkout und erleichtert den Zahlungsabgleich. Zusätzlich sollten Händler Datenschutz, Vertragslaufzeit, Kündigungsfristen, Supportqualität und verfügbare Dokumentation prüfen.
Schritt 3: Checkout rechtssicher gestalten
Der Checkout ist der sensibelste Punkt der BNPL-Einführung. Kunden müssen sofort verstehen, welche Zahlungsart sie wählen und welche Verpflichtung dadurch entsteht. Begriffe wie „später bezahlen“ oder „flexibel zahlen“ reichen allein nicht aus, wenn Fälligkeit, Kosten oder Anbieterrolle unklar bleiben.
Die Zahlungsart sollte verständlich benannt werden. Die Fälligkeit muss klar sichtbar sein, etwa „Zahlung in 30 Tagen“ oder „3 Monatsraten“. Entstehen Zinsen, Gebühren oder mögliche Mahnkosten, dürfen diese Informationen nicht versteckt werden. Bei Ratenzahlungen sollte der Kunde erkennen, welcher Gesamtbetrag anfällt und wie sich die Raten zusammensetzen.
Wichtig ist auch der Link zu den Zahlungsbedingungen des Anbieters. Wenn ein externer Zahlungsdienstleister eingebunden ist, sollte deutlich werden, wer die Zahlung abwickelt und an wen sich Kunden bei Zahlungsfragen wenden können.
Parallel sollten Händler die Datenschutzinformationen aktualisieren. Werden Kundendaten an einen Zahlungsdienstleister übermittelt oder Bonitätsprüfungen durchgeführt, muss dies transparent erklärt werden. Auch AGB, Zahlungsarten-Seite und Widerrufsbelehrung sollten geprüft werden, damit keine widersprüchlichen Angaben entstehen.
Potenziell veraltet wäre die Annahme, BNPL könne im Checkout wie ein einfacher Rechnungskauf behandelt werden. Durch die neuen Verbraucherkreditregeln gewinnen Transparenz, Kreditwürdigkeitsprüfung und Datenschutz deutlich an Bedeutung.
Schritt 4: Interne Prozesse vorbereiten
Nach der technischen Integration beginnt die eigentliche Arbeit im laufenden Betrieb. Händler sollten vor dem Start klären, wie BNPL-Bestellungen in der Buchhaltung erfasst werden. Je nach Anbieter erhält der Händler Auszahlungen abzüglich Gebühren. Diese Gebühren müssen korrekt verbucht und mit Bestellungen, Retouren und Stornos abgeglichen werden.
Benutzen Sie online Rechnungsprogramme mit Buchhaltung.
Das Retourenmanagement braucht klare Abläufe. Wird Ware vollständig oder teilweise zurückgeschickt, müssen Zahlungsplan und Erstattung zeitnah angepasst werden. Sonst erhalten Kunden Zahlungserinnerungen für Ware, die sie nicht behalten haben.
Auch der Kundenservice sollte vorbereitet sein. Mitarbeitende müssen wissen, welche Fragen sie selbst beantworten können und wann sie an den Zahlungsdienstleister verweisen. Dazu gehören Fälligkeiten, Zahlungsstatus, Rückerstattungen, Mahnungen und Reklamationen.
Für die Mahnkommunikation ist besondere Sorgfalt nötig. Kunden sollten keine widersprüchlichen Hinweise vom Händler und vom Zahlungsanbieter erhalten. Einheitliche Textbausteine helfen, Missverständnisse zu vermeiden.
Bei komplexeren Modellen, hohen Warenkörben, B2B-Zahlungszielen oder Ratenzahlungen empfiehlt sich eine Abstimmung mit Steuerberater, Datenschutzbeauftragtem oder Rechtsberatung. Das Ziel ist nicht nur ein funktionierender Checkout, sondern ein sauber dokumentierter Prozess von der Bestellung bis zur Zahlung.
FAQ
Buy now Pay later bedeutet auf Deutsch „Jetzt kaufen, später bezahlen“. Kunden kaufen ein Produkt oder eine Dienstleistung sofort, zahlenden Betrag aber erst zu einem späteren Zeitpunkt.
Das hängt vom konkreten Modell ab. Ein einfacher Rechnungskauf mit kurzer Zahlungsfrist ist nicht automatisch mit einem klassischen Bankkredit gleichzusetzen. Bei Ratenzahlungen, längeren Zahlungsaufschüben oder Finanzierungsmodellen kann BNPL jedoch kreditähnliche Merkmale haben.
Zu den bekannten Buy-now-pay-later-Anbietern in Deutschland gehören unter anderem Klarna, PayPal, Ratepay, Riverty, Unzer, Mondu und Billie. Dabei unterscheiden sich die Anbieter deutlich. Einige richten sich vor allem an Verbraucher im B2C-Onlinehandel, andere bieten Lösungen für Geschäftskunden, B2B-Shops oder Marktplätze an. Händler sollten deshalb nicht nur den Namen, sondern auch Kosten, Zielgruppe, Ausfallrisiko und technische Integration prüfen.
Buy now Pay later kann für Händler sinnvoll sein, wenn Zahlungsart, Sortiment und Zielgruppe zusammenpassen. Besonders interessant ist BNPL bei höheren Warenkorbwerten, erklärungsbedürftigen Produkten oder Shops, in denen Kunden Ware erst prüfen möchten. Händler sollten jedoch Anbietergebühren, Retourenquote, Marge, Datenschutz, Buchhaltung und rechtliche Anforderungen vor der Einführung sorgfältig prüfen.
Das größte Risiko besteht darin, den Überblick über offene Zahlungen zu verlieren. Einzelne kleinere Käufe wirken oft harmlos, können sich aber schnell zu einer spürbaren Belastung addieren. Bei verspäteter Zahlung drohen Mahngebühren. Bei Ratenzahlungen können zusätzlich Zinsen oder Kosten entstehen.
2026 gewinnen neue Verbraucherkreditregeln an Bedeutung. Sie betreffen unter anderem kleine Kredite, zinsfreie Finanzierungen und bestimmte Buy-now-pay-later-Modelle. Dadurch werden Transparenz, Kreditwürdigkeitsprüfung und Verbraucherschutz wichtiger. Händler sollten deshalb ihre Zahlungsinformationen, Checkout-Texte, Datenschutzhinweise und Anbieterintegration rechtzeitig prüfen.
In vielen Fällen ja. Wenn ein Zahlungsdienstleister Kundendaten erhält, Zahlungen abwickelt oder eine Bonitätsprüfung durchführt, muss die Datenschutzerklärung diese Datenverarbeitung transparent erklären. Dazu gehören Angaben zum Anbieter, zum Zweck der Datenverarbeitung, zur möglichen Datenweitergabe und zur rechtlichen Grundlage. Auch der Checkout sollte klar zeigen, wenn ein externer Zahlungsdienstleister eingebunden ist.
Fazit: Buy now Pay later bewusst einsetzen
Buy now Pay later kann den Onlinehandel attraktiver machen. Kunden erhalten mehr Flexibilität, können Produkte sofort bestellen und Zahlungen besser planen. Für Händler kann BNPL die Kaufhürde senken, den Checkout stärken und zusätzliche Kundengruppen erreichen.
Gleichzeitig ist BNPL kein einfaches Komfort-Feature, das nur technisch im Shop aktiviert wird. Die Zahlungsart wirkt sich auf Anbieterwahl, Gebühren, Datenschutz, rechtliche Informationspflichten, Buchhaltung, Retouren und Kundenservice aus. Besonders wichtig sind klare Zahlungsinformationen im Checkout. Kunden müssen erkennen, wann sie zahlen, welche Kosten entstehen können und welcher Zahlungsdienstleister eingebunden ist.
Verbraucher sollten BNPL bewusst nutzen und offene Beträge, Fälligkeiten sowie mögliche Gebühren im Blick behalten. Händler sollten vor der Einführung prüfen, ob BNPL zur Zielgruppe, zum Warenkorbwert, zur Marge und zu den internen Prozessen passt. Wer die Zahlungsart strukturiert einführt und sauber dokumentiert, schafft mehr Komfort im Shop und reduziert zugleich rechtliche, organisatorische und finanzielle Risiken.
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